Bewahren und Weiterdenken – der Littmann-Bau

Der prächtige Littmann-Bau am Oberen Schlossgarten ist das Herzstück der Württembergischen Staatstheater. Der als „Opernhaus“ bekannte historische Bau, sowie das angrenzenden Verwaltungsgebäudes müssen dringend saniert, modernisiert und erweitert werden. Mit dem Neubau eines Kulissengebäudes an diesem Standort werden die Staatstheater zukunftsfähig gemacht.

Die letzte Sanierung des denkmalgeschützten Littmann-Baus liegt fast 40 Jahre zurück. Damals wurde ausschließlich der Innenraum nach historischem Vorbild rekonstruiert und der sogenannte Böhm-Pavillon errichtet. Nun gilt es, den Littmann-Bau für zukünftige Generationen zu bewahren und zugleich besser in den städtischen Raum einzubinden.

Ohne eine Sanierung droht die Schließung des Betriebs. Die technischen Anlagen stammen noch aus den 1980er Jahren, und die Arbeitsbedingungen für die rund 1.400 Beschäftigten entsprechen nicht mehr den heutigen Standards – insbesondere in den Werkstätten sowie im Bühnen- und Orchesterbereich. Unter den aktuellen Bedingungen wäre eine Neuzulassung dieser Arbeitsplätze nicht möglich. Eine Modernisierung ist daher unumgänglich.

Neben der dringend erforderlichen technischen Erneuerung soll die Sanierung auch die Einbindung des Gebäudes in das städtische Umfeld verbessern und mehr Platz für Besuchende und Mitarbeitende schaffen. Ziel ist es, die Württembergischen Staatstheater weiterhin attraktiv und zukunftsfähig zu halten, sodass sie auch ein neues, jüngeres Publikum erreichen.

Die Umsetzung dieses Teilprojekts ist eng mit dem Interimsstandort in der Maker City sowie dem Neubau der Werkstätten bei der Zuckerfabrik verknüpft. Erst wenn diese beiden Standorte in Betrieb sind, kann die Sanierung am Oberen Schlossgarten beginnen.

Projektstand

Der Architekturwettbewerb für das denkmalgeschützte Littmann-Ensemble ist in die erste Runde gestartet. Unter zahlreichen Teilnahmeanträgen haben sich 30 Planungsteams aus ganz Europa für die Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe qualifiziert. 

Der Wettbewerb ist in zwei Phasen gegliedert. In der ersten Phase haben die nun ausgewählten Architekturbüros bis April 2026 Zeit ihre Entwürfe auszuarbeiten. Im Mai 2026 wird im Rahmen der ersten Preisgerichtssitzung die Zahl der teilnehmenden Büros für die zweite Bearbeitungsphase auf die Hälfte reduziert. Ende 2026 wird das hochrangig besetzte Preisgericht die Siegerentwürfe küren. Ziel ist es, den besten Architekturentwurf und das geeignetste Planungsteam für die Umsetzung des Jahrhundertprojekts zu finden.

Dabei müssen sowohl die Anforderungen eines modernen Spielbetriebs, die städtebaulichen Rahmenbedingungen sowie die Wirtschaftlichkeit optimal berücksichtigt sein.

Parallel dazu wird auf Seiten der Landeshauptstadt Stuttgart ein Bebauungsplanverfahren bearbeitet, um die baurechtlichen Grundlagen für die Realisierung des Projektes zu schaffen.

Die Wiedereröffnung nach der Sanierung ist nach aktuellem Grobterminplan zu Beginn der 40er Jahre vorgesehen.